Die Tatsache klingt beinahe banal. Die Deutschen altern. In fünfzehn Jahren stellen die 50- bis 65-Jährigen mit fast 20 Millionen Menschen die stärkste Gruppe, haben Statistiker hochgerechnet. Eine Entwicklung, die der Gesellschaft nachhaltig ihren Stempel aufdrücken wird.

Andere verabschieden sich nur langsam vom lange gehegten Ideal einer 14- bis 49-jährigen Zielgruppe. Zuweilen mutet der allerorten noch vorherrschende Jugendwahn geradezu grotesk an.

Lebensmittel Zeitung Spezial Nr.01 vom 01.04.2005, Editorial Generation 50+

 

„Die demographischen Entwicklungen sind unzweifelhaft: Das Schwergewicht des Konsums – vor allem im hochpreisigen Segment – wechselt von der Jugend zu den älteren Semestern. Nicht in ferner Zukunft. Es ist bereits Realität. Hier und jetzt.“

„So sind die älteren Semester bereits die interessanteste Konsumentengruppe überhaupt. Innerhalb dieser Gruppe machen die BabyBoomer den weitaus größten, wichtigsten und interessantesten Teil aus.“

„Die BabyBoomer sind weltgewandt, selbstbewusst, durch das Leben gestählt, kritisch und gut orientiert.“ „Sie sind mindestens so vital und aktiv wie es die 40jährigen vor 10 Jahren waren. Das Leben hat sie zu skeptischen Konsumenten gemacht. Denn sie kennen die Regeln. Trotzdem sind sie konsumfreudig und lassen sich von intelligenter Werbung gerne verführen.“

„Warum versagt die Werbung in den allermeisten Fällen hier aber kläglich? – Das hat mit einem beschädigten Bild alternder Menschen zu tun, das längst von Grund auf renoviert gehört.“

„Die BabyBoomer – die „68er“ – kommen also in die Jahre, bleiben aber meilenweit vom Seniorentum entfernt. Schließlich sind sie jene Feuerköpfe, die Europa in Brand setzten. Und mit dem Entzünden bengalischer Marketing-Zündhölzchen sind sie kaum zu begeistern."

„So braucht der Umgang mit den BabyBoomern Feingefühl und ein gerüttelt Maß an Erfahrung. Denn die BabyBoomer sind die Zukunft aller."

Werner Suter, Werbefachmann aus Zürich

 

Der größte Fehler aber ist, die ganze Zielgruppe nicht ernst zu nehmen, nach dem Motto: Die starrköpfigen Alten wechseln ihre Marken sowieso nicht mehr, um die muß ich mich nicht bemühen. Firmen, die diese Gruppe nicht bald für sich entdecken, werden in Zukunft nicht überleben.

Andreas Reidl, Agentur für Generationen-Marketing, Nürnberg

 

„Die Woodstock-Generation – rebellisch bis ins hohe Alter“

„Noch nie gab es auf der Welt so viele Menschen über 50 mit so guten Ausbildungen, so viel Wissen und mit so großen Aussichten auf Gesundheit bis ins hohe Alter.“

• Die Generation Woodstock hat schon als Jugendliche gegen ihre Eltern rebelliert.

• Sie ist heute nicht zuletzt auch zahlenmäßig in der Lage, erneut eine – etwas anders geblümte – Revolution ihres Alters in Gang zu setzen.

• Sie könnte beispielsweise das tradierte Seniorenbild vom Ruhestand aufkündigen. Weil sie sich darin nicht erkennt oder weil dieses Bild ihren Wünschen und Notwendigkeiten im Wege steht.

• Organisationen, welche die Bedürfnisse nach sinnvollen Aktivitäten und Aufgaben der Babyboomer in spät- und nachberuflichen Jahren neu erkennen und beantworten, stellen sich für kommende Veränderungen nicht schlecht.

HR-Today, das Schweizer Human Resource Management-Journal in Ausgabe 1&2, Februar 2006

 

Bei den Perfect Agern handelt es sich häufig um Personen, deren Einstellungen und Meinungen sich gefestigt haben – die das Leben genießen möchten und in vielen Fällen auch können.

Eine rundum „perfekte” Zielgruppe also.

• Die älteren Zielgruppen sind zwar preisbewusst, aber auch qualitätsorientiert. So bevorzugen sie etwa bei Lebensmitteln frische Waren, bei Kosmetikartikeln probieren sie gerne Innovationen aus und beim Autokauf sind sie bereit, große Beträge auf den Tisch zu legen.

• Perfect Ager vereinen Kaufkraft und Kauflust, aber man muss sie gezielt und ihren Interessen entsprechend ansprechen. Je früher Unternehmen hier handeln, desto größer wird der Effekt sein. Denn Perfect Ager sind treue Kunden.

Perfect Ager 2010 – Eine Studie von BBDO Sales und dem Institut für Handelsforschung an der Universität zu Köln (IfH) über das Konsum- und Einkaufsverhalten von älteren Konsumenten im Jahr 2010

 

„Seien wir ehrlich: Vor nicht allzu langer Zeit dachten wir alle, „die“ Älteren würden spätestens mit 60 Jahren arthritisgebeugt am Stock schleichen und höchstens noch Essen auf Rädern von der Sozialhilfe konsumieren. Auch wenn sich in den letzen Jahren viel geändert hat: Alte Vorurteile auszurotten, dauert. Sie fahren Snowboard, laufen Marathon, besuchen Popkonzerte. Menschen der Generation 50 plus sind höchst aktiv und körperlich fit. Sie identifizieren sich mit Frauen wie Hannelore Elsner und Iris Berben, mit Männern wie Robert Redford und Mick Jagger. Anders als die heutigen Senioren haben sie - erstmals in der Geschichte - keinen Krieg erlebt, sondern stabile Verhältnisse mit steigendem Wohlstand. Fast alle gestalten ihr Leben sehr aktiv. Sie sind unterwegs, mögen Kunst und Kultur, treiben Sport und bilden sich weiter. Auf keinen Fall wollen sie also als Senioren betitelt werden. Frühestens mit 75 lassen sich Ältere so nennen.“

Monika Prött. Geschäftsführerin des Sinn-Instituts in Hannover und auf den reiferen Part der Gesellschaft spezialisiert.

 

"Die Mitte der Gesellschaft wird älter, und die Älteren werden immer jünger. Somit ist Kommunikation für über 50-Jährige die Mainstream-Werbung der Zukunft."

"Da ist eine generelle Leitbildverschiebung im Gange, die übergreifend Bedeutung gewinnt."

Lebensmittel Zeitung Spezial Nr.01 vom 01.04.2005, Editorial Generation 50+

 
 

 

 
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